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Vorlage - 2017/014  

Betreff: Baumkontrolle
Status:öffentlichVorlage-Art:Mitteilungsvorlage
Verfasser:Ehlers, Ulrike
Federführend:FB III Bau und Ordnung Bearbeiter/-in: Schütte, Sven
Beratungsfolge:
Ausschuss für Bau, Ordnung, Feuerwehr und Umwelt Mitteilung
02.03.2017 
Sitzung des Ausschusses für Bau, Ordnung, Feuerwehr und Umwelt zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Anlage/n
Anlagen:
Konzept Baumkontrolle  

Sachverhalt:

Die Stadt Twistringen ist gesetzlich verpflichtet (BGH Urteil vom 04.03.2004), die Verkehrssicherheit auf den öffentlichen Flächen zu gewährleisten. Dazu gehört auch die Kontrolle der Verkehrssicherheit von Bäumen, die auf öffentlichen Wegen, Straßen und Plätzen stehen, bzw. von Privatgrundstücken auf diese überhängen.

 

Wer für die Verkehrssicherheit von Bäumen verantwortlich ist, selbst aber nicht über entsprechenden Fachkenntnisse oder sachkundiges Personal verfügt, muss solche Kräfte extern hinzu ziehen. Der Bauhof verfügt derzeit nicht über speziell qualifiziertes Personal, welches gutachterlich die Verkehrssicherheit von Bäumen feststellen kann.

 

Obwohl die Stadt gesetzlich verpflichtet ist, für die Verkehrssicherheit ihrer geschätzten 10.000 Bäume zu sorgen, wurde bisher keine Baumkontrolle eingeführt. Für die in der Vergangenheit eingetretenen Schäden, die durch Bäume entstanden sind, haftete ausschließlich die Stadt. Der Kommunale Schadensausgleich kommt nur für Schäden auf, die durch Bäume verursacht werden, die einer angemessenen Regelkontrolle unterliegen.

 

Umsetzung der Baumkontrolle

Die Einführung der Baumkontrolle in Twistringen kann nur mit dem gleichzeitigen Aufbau eines digitalen Baumkatasters gelingen. Da die Kontrollen rechtssicher durchgeführt werden müssen, muss jeder Baum bzw. jeder flächige Bestand eine individuelle Nummer bekommen. Diese Nummer muss standortbezogen nachvollziehbar sein. Das bedeutet, dass für jeden Baum ein separater Datensatz angelegt werden muss, der den Baum ein Leben lang begleitet. Dieses kann bei der Menge von ca. 10.000 Einzelbäumen im Stadtgebiet nur digital, d.h. mit Hilfe eines Baumkatasters, das laufend fortgeschrieben wird, erfolgen. Eine Erfassung und Kontrolle der einzelnen Bäume in Papierform wird zu einer unübersichtlichen Papierflut führen.

 

Nach Absprache mit dem Landkreis soll das Baumkataster über die freie GIS-Software Quantum-GIS errichtet werden. Das Q-GIS ist mit der Software des Landkreises kompatibel, daher kann das Baumkataster in das landkreiseigene GEO-Web überführt werden. Das Baumkataster wird durch einen externen Dienstleister eingerichtet und kann jederzeit durch spezielle „Fachschalen“ erweitert werden, z.B. für die Spielplatzkontrolle, die Erfassung der Grünflächen und für ein Heckenkataster.

Für die erforderlichen Lizenzen und Hardwarekomponenten fallen einmalige Kosten in Höhe von 15.000 €, sowie jährliche Wartungskosten in Höhe von 2.000€ an. Mittel stehen in Form von Haushaltsresten bei der Computerausstattung zur Verfügung.

 

 

 

Die Ersterfassung der Bäume für die Aufnahme in ein Baumkataster kann nur ein anerkanntes Büro erledigen, das sich auf solche Arbeiten spezialisiert hat (zertifizierter Baumkontrolleur). Es muss im Vorfeld eine Prioritätenliste erarbeitet werden, in der die Bäume in Twistringen aufgelistet sind, die je nach der Verkehrssicherheitserwartung bevorzugt kontrolliert werden müssen. Dazu gehören Bäume auf Schulhöfen, Spiel- und Sportstätten sowie Bäume auf hochfrequentierten Plätzen und Straßen. Im Laufe der Jahre werden alle relevanten Bäume erfasst. Als Datengrundlage können die Baumerfassungen der Agenda Gruppe „Stadtentwicklung und Landschaftspflege“ dienen. Durch die Arbeit der Gruppe konnten bereits die Standorte von über 2.500 Bäumen ermittelt werden.

 

Zum Einstieg in die Baumkontrolle sollen zunächst 1000 Bäume erfasst und kontrolliert werden. Die erfassten Bäume unterliegen dann regelmäßig einer angemessenen Kontrolle, die sich aus dem Zustand des Baumes ableitet. In den folgenden Jahren sollen nach und nach alle weiteren Bäume im Stadtgebiet und in den Ortschaften erfasst und kontrolliert werden.

 

Die Kosten für die Ersterfassung der zunächst 1000 Bäume betragen einmalig 5.100 €. Die dann folgenden regelmäßigen Kontrollen belaufen sich auf ca. 3.500 €/Jahr. 

 

 

 


Anlage/n:

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Konzept Baumkontrolle (264 KB)      
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